Die Launch-Phase ihres Onlinehandels – was gilt es zu beachten?

Einen Onlinehandel auf die Beine zu stellen, ist mit der richtigen Idee, dem richtigen Produkt und dem nötigen Geschick heutzutage ein leichtes. Doch es gilt viele rechtliche Kleinigkeiten zu beachten, die häufig übersehen oder nicht richtig bedacht werden.

Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick darüber verschaffen, was es in rechtlicher Hinsicht zu beachten gilt:

AGB und andere rechtliche Informationen

Viele Händler, die ihren Shop online stellen, machen es sich gerne einfach. Häufig werden standardisierte rechtliche Informationen verwendet, die jedoch nicht auf alle Vertriebswege anwendbar sind. So kommt beispielsweise ein Kaufvertrag bei ebay anders zustande, als in einem Onlineshop, sodass die Rechtstexte nicht 1:1 übernommen werden können, obwohl es sich um das gleiche verkaufte Produkt handelt.

Folglich müssen diese für jeden Verkaufsort individuell angepasst werden, was schon vor dem jeweiligen Launch geschehen sollte.

Grundpreisangaben

Weiter ist zu beachten, dass bei Waren, die in Packungen nach Litern, KG oder (Quadrat)metern angeboten werden, der Grundpreis angegeben werden muss, damit die Transparenz für den Kunden im Hinblick auf einen Preisvergleich gewährleistet ist.

Versandkosten

Bei der Angabe von Versandkosten ist es wichtig, die Versandkosten konkret auszuweisen. Angaben wie „ Versand in die USA auf Anfrage“ sind zu vermeiden, weil sie nicht im Einklang mit der Preisangabenverordnung stehen.

Verstöße gegen Informationspflichten/Preisangabenverordnung

Ein Verstoß gegen eine Informationspflicht oder eine Preisangabenverordnung kann zu einer Abmahnung von Konkurrenten oder Verbänden führen. Die Kosten hierfür sind dabei zumeist weitaus höher, als die Kosten einer rechtlichen Überprüfung vor dem Launch des Onlineshops.

Widerrufsbelehrung

Die richtige Widerrufsbelehrung sollte bedacht sein. Was auf den ersten Blick gut erscheint, kann sich nachträglich als enorme Last herausstellen. Nach derzeitigem Stand hat der Verbraucher die Kosten der Rücksendung zu tragen, der Händler kann diese jedoch übernehmen. Wie das Beispiel „Zalando“ jedoch zeigte, entpuppte sich der Slogan „Schrei vor Glück oder schick`s zurück“ als enorme Kostenlast in der Gründungsphase, weil viele Kunden auf die kostenlose und angepriesene Rücksendung zurückgriffen. Gerade in dieser Phase kann es daher durchaus sinnvoll sein, diese kundenfreundliche Alternative auf einen Zeitpunkt zu verschieben, in dem das Widerrufsverhalten der Kunden ausreichend eingeschätzt werden kann.

Datenschutz

Häufig diskutiert und nicht zu vernachlässigen ist der Datenschutz. Dies gilt vor allem für E-Mails und Newsletter. Achten sie darauf, dass personenbezogene Daten ausreichend geschützt sind und den Newsletter tatsächlich auch nur diejenigen erhalten, die sich auch dafür angemeldet haben.

Unsaubere Formulierungen

Unsaubere Formulierungen führen schnell zu Missverständnissen und haben gegebenenfalls erhebliche rechtliche Konsequenzen. Häufigster Fehler: Die Bewerbung einer zweijährigen „Garantie“, obwohl tatsächlich nur die gesetzliche „Sachmangelhaftung“ gemeint ist.

Letztere kann nicht ausgeschlossen werden und umfasst die Reparatur oder Ersatzlieferung ab Übergabe der Sache bei einem Mangel.

Eine Garantie ist hingegen ein selbständiges Versprechen des Herstellers oder des Verkäufers, für bestimmte Mängel innerhalb der Garantiezeit einstehen zu wollen. Dieses stellt ein weitreichendes Versprechen dar und verpflichtet den Händler zur Mitteilung der genauen Garantiebedingungen. Dieses wird aufgrund hoher Folgekosten häufig nicht gewollt sein.

Urheberrechtsverstöße

Prüfen sie, ob Produktbilder urheberrechtlich geschützt sind. Ist dies der Fall, so sind die entsprechenden Einverständnisse der Rechteinhaber einzuholen. Vorsicht ist geboten bei Nutzungsrechten von Zwischenhändlern, da diese häufig keine Rechte für eine Weiterlizensierung haben.

Bei der Produktbeschreibung könne sie technische Angaben der Produkte verwenden, ansonsten sollten sie sich hierbei auf ihre eigene Kreativität verlassen.

Haben sie diese Punkte beachtet und alle Vorkehrungen getroffen, steht einer erfolgreichen Eröffnung ihres Onlinehandels nichts mehr im Wege.

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